Equity Risk Premium - Eigenkapitalprämie
1. Überblick
Die Eigenkapitalprämie (Equity Risk Premium/ERP) beschreibt die allgemeine Risikoprämie, die Investoren
für Investitionen in Eigenkapitalanlagen (wie z.B. Aktien) einfordern. Sie stellt
die erwartete Überrendite eines breiten Marktes (z.B. dem US Aktienmarkt) gegenüber eines
risikolosen Investments bzw. des
risikolosen Zinses (Riskfree Rate) dar.
Sie ist daher im Allgemeinen abhängig vom betrachteten Markt.
In politisch stabilen und wirtschaftlich starken Ländern spricht man auch von der
Mature Market Premium (MMP).
Die ERP ist ein fundamentaler Bestandteil
im Capital Asset Pricing Model (CAPM) zur Berechnung der
Eigenkapitalkosten (Cost of Equity/COE) und damit
zur Bestimmung der korrekten Discount Rate.
✅ Key Takeaways - Equity Risk Premium
- Allgemeine Risikoprämie für Investitionen im Aktienmarkt
- Abhängig vom betrachteten Markt (USA, EU, China, etc.)
- Grundlage zur Berechnung der Eigenkapitalkosten im CAPM
2. Bestimmungs- und Berechnungsmethoden
Zur Bestimmung der korrekten Equity Risk Premium gibt es verschiedene Ansätze. Diese lassen sich grob in 3 Kategorien unterteilen:
- Surveys - Umfragen
- Historische Bestimmung
- Implizite Bestimmung
Surveys - Umfragen
Da die Equity Risk Premium die von Investoren geforderte Überrendite darstellt, stellen Umfragen unter Investoren, Managern (auch Investitionen in der eigenen Firma sind risikobehaftet und haben Opportunitätskosten) und Akademikern. Vorteile: Umfragen messen die von Investoren tatsächlich in ihren Analysen genutzten Risikoprämien. Sie sind daher im Prinzip vorwärts gewandt und reflektieren die erwarteten zukünftigen Risiken. Nachteile: Umfragen enthalten subjektive Einschätzungen und sind abhängig von den befragten Personen. Deren Erwartungen können durch verschiedene Faktoren beeinflusst und verzerrt werden und können daher großen Schwankungen unterliegen. Zusätzlich ist die Durchführung von Umfragen in der Praxis aufwändig.
Historische Risikoprämien